Fortschritt bei den Bauplanungen Zeche Fritz, südliche Ratshausallee

Von SPD Ratsherr Manfred Krossa (03.04.2019)
KrossaDie Planungen im Bereich des Bebauungsplans Nr. 1233 Zeche Fritz sind wegen der im Baugesetzbuch verankerten Achtungsabstände zum Chempark Covestro in Uerdingen einige Zeit liegen geblieben. Nach den aktuell gültigen Bebauungsrichtlinien müssen Gefahrstoffbetriebe, wie Covestro, bei der Planung besonders berücksichtigt werden (Seveso III Richtlinie). Die Ausarbeitung der für die Bebauung nötigen Maßnahmen dauern zwar noch an, aber in den nächsten Wochen beginnen auf dem Planungsgelände archäologische Voruntersuchungen. Diese dienen der Abklärung des Verdachtes auf vermutete Bodendenkmäler auf einer landwirtschaftlichen Fläche zwischen der Ratshausallee und der Bergwerkstraße. Das betreffende Grundstück ist im Besitz der Stadt und gehört zum Gebiet des Bebauungsplanes Nr. 1233, ehemalige Zeche Fritz südliche Ratshausallee.
Die ehemalige Zeche Fritz ist seinerzeit auf einer kleinen Anhöhe errichtet worden, die als Volkesberg bezeichnet wird. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass im Umfeld des Volkesberg archäologische Funde gemacht werden, denn es gibt bereits aus der Vergangenheit verschiedene Fundmeldungen, die sich auf die Zeit der Römer und Germanen beziehen. So gibt es neben den Resten von römischen Mauerwerk auch Gegenstände, die auf eine römische Zivilgesellschaft am Rumelner Bach hinweisen. Auch in der näheren Umgebung sind römische Kastelle nachgewiesen worden, insbesondere sind Ziegelstempel der Legion XI gefunden worden (z.B. Krefeld-Gellep und Duisburg Bergheim Burgfeld). Die Deutung und Bedeutung des Fundplatzes ist aber bisher unklar. Er wird in der älteren Literatur gerne mit dem bisher nicht sicher lokalisierten römischen Ort Calo in Verbindung gebracht (abgegangenes spätantikes Kastell am Niederrhein). Eine exakte Lokalisierung der ausschließlich aus dem 19. Jahrhundert stammenden Fundmeldungen ist nicht möglich.
Auch weisen die bisher unbebauten städtischen Ackerflächen an der Ratshausallee alte Flurbezeichnungen auf, die auf eine früh- bis hochmittelalterliche Weiternutzung des Areals hindeuten. Zum Beispiel stand auf dem Flurstück 247, heute Brachfläche, bis in den 1960 Jahre eine neuzeitliche Hofstelle.
Die frühzeitige archäologische Sondierung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ist zu begrüßen, da dann noch, so weit Funde vorliegen, diese vor der Bebauung gesichtet und gegebenenfalls geborgen werden können. Eine besondere Rücksichtnahme vor der Geschichte und die Gewähr, dass nicht erst beim Bauen Überraschungen auftreten, die in der Regel zu längeren Baustillständen führen.