Offener Brief der Bayer Industry Services

von Reiner Friedrich, Fraktionsvorsitzender Bezirksvertretung Rheinhausen (22.03.2007)

Den offenen Brief der Bayer Industry Services kann man in der vorliegenden Form so nicht hinnehmen. Mit großer Freude haben wir die ablehnende Entscheidung des Krefelder Stadtrates zur Kenntnis genommen. Endlich hat man auch in Krefeld verstanden, dass man nicht alles zulassen darf, auch wenn es an der Stadtgrenze liegt und die eigenen Bürger kaum betroffen sind.
Immer nur mit der Existenz des Industriestandortes zu drohen ist sehr einfach und einfallslos.
Auch wir im Duisburger Westen bekennen uns zum Chemiestandort in Uerdingen. Das heißt aber doch nicht, dass man alles bedenkenlos und uneingeschränkt hinnehmen muss.
Die hier vorgeschlagene Planungs Variante entspricht in keiner Weise dem Stand der Technik. Unabhängig von der Kessel- und Brennstofftechnik ist alleine auffallend, das trotz der hohen Feinstaubbelastung in unserem Ballungsraum mit offenen Kohlelagern gearbeitet werden soll und das Kraftwerk mit Durchlaufkühlung arbeiten soll.

Seit Jahren werden Förderprogramme aufgelegt, die Wärmefracht des Rheins zu reduzieren. Wie verträgt sich das mit den Planungen, dass mehr als 300 MW Abwärme in den Rhein eingeleitet werden sollen?
Es wird zwar Wärme für den Chemiebetrieb ausgekoppelt, aber die Frage der Fernwärmenutzung für Haushalte wird gar nicht diskutiert, obwohl die Fernwärmeleitung, die einmal von Duisburg nach Krefeld Fernwärme liefern sollte oder umgekehrt schon durch den Rhein und das Rheinvorland bis Bayer verlegt wurde.
Gleichzeitig sollte auch die Art der Feuerung und damit auch die Belastung des Umfeldes bei einem solchen Projekt mit berücksichtigt werden. Dies wurde bisher nicht nachvollziehbar in Bertacht gezogen, trotzdem im direkten Umfeld viele Bürgerinnen und Bürger Duisburgs leben.